Theorien & Bedeutung

Bedeutung der Werke Darwins

Entwurf der Abstammungslehre

“Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl” gilt als das Aufsehen erregenste Buch der Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts. Darwins Theorien hat zu einer Neuordnung des gesamten Materials der zur damaligen Zeit rein beschreibenden Naturwissenschaft geführt und der zukünftigen Forschung eine neue Richtung gegeben. Besonders die Weiterentwicklung der Theorien in seinem zweiten  Hauptwerk “Die Abstammung des Menschen” (1871) wirkte stark auf die Geistes-, Sozial- und Gesellschaftswissenschaften.

Besonders die Theologie, die teils bis heute am Dogma des einmaligen Schöpfungsaktes durch die Hand Gottes festhält, wurde in ihren Grundfesten erschüttert.

Verbreitete Theorien

Darwinismus

Unter Darwinismus im engeren Sinne versteht man Charles Darwins Lehre von der zufälligen Verschiedenheit des Erbguts und der Vererbung von veränderten Merkmalen, die durch eine natürliche Auslese der jeweils am besten an eine Umgebung angepassten Artvertreter bewirkt wird. Daraus folgt eine Abstammungslehre, nach der alle Lebewesen aus einer oder wenigen Grundformen hervorgegangen sein müssen. Fast 150 Jahre nach Darwins erster Entdecknung sind längst nicht alle Fragen des Entwicklungsvorgangs geklärt. Durch die moderne Genetik wurden die Vorgänge noch komplexer und es stellt sich u.a. die zentrale Frage nach dem eigentlichen Objekt der Evolutuion: Ist es das Gen, das Individuum oder die Art – und wie sind die Zusammenhänge?

Evolutionstheorien

Evolutionstheorien sind zunächst wertfreie Erklärungsmodelle für biologische und gesellschaftliche Veränderungen oder Entwicklungen. Das heißt, ein Merkmal oder eine Eigenschaft, die in einer bestimmten Umwelt und zu einer bestimmten Zeit “gut” oder “ungünstig” bewertet ist, kann in einer anderen Umwelt oder Zeit entgegengesetzt gewertet werden. In der Regel wird dem Begriff Evolution jedoch eine Entwicklung von unstrukturiert zu strukturiert, von niederer zu höherer Ordnung gegeben, womit eine Wertung verbunden wird.

Sozialdarwinismus

Eine solche einseitige Interpretation ist besonders fragwürdig, wenn das Darwin`sche Selektionsschema analog auf die Entwicklung menschlicher Gesellschaften übertragen wird. So kann der zuerst von dem englischen Philosophen Herbert Spencer (1820-1903) formulierte “Sozialdarwinismus” leicht zu Rassismus führen und der Rechtfertigung von ethnischen Aussonderungsmaßnahmen dienen, wie dies bereits im Kolonialismus und totalitären Regimen geschehen ist. Nach der Entwicklungstheorie des Marxismus werden die Naturgesetze der biologischen Evolution durch die Gesellschaftsentwicklung beherrschbar.

Quelle: Harenberg – Das Buch der tausend Bücher

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