Die Entstehung der Arten

Titelblatt der Entstehung der Arten

Bereits vor Darwins bahnbrechendem Werk “Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl” im Jahre 1859 war die vorherrschende Kirchenmeinung, die Vielfalt der Lebewesen beruhe auf einem einmaligen Schöpfungsakt Gottes, von großen Denkern wie Johann Wolfgang von Goethe (1749- 1832) oder Jean-Baptiste Lamarck (1744- 1829) angezweifelt worden.  Sie nahmen an, dass neue Arten durch einen natürlichen Zeugungsvorgang aus bereits vorhandenen Arten hervorgehen. Der Mechanismus des Abstammungsvorganges war noch unbekannt.

Erste Überlegungen zur Veränderlichkeit der Arten stellte Darwin bereits 1837 während seiner Forschungsreise mit der MS Beagle an. Dort beobachtete er verwandte aber doch unterschiedliche Tier-und Pflanzenpopulationen auf den nahe beieinander liegenden Galapagosinseln und fand Fossilien bereits ausgestorbener Arten. 1838 las er Thomas Robert Malthus (britischer Sozialphilosoph, 1766- 1834) Abhandlung über das Bevölkerungsgesetz, das seine Gedanken in die entscheidende Richtung lenken sollte.

Zeitgleich forschte auch der Zoologe Russel Wallace (1823- 1913) an der Abstammungslehre und beide brachten gemeinsam erste Artikel über die Entdeckung des Ausleseverfahrens in britischen Fachzeitschriften heraus. Nach 20 Jahren Forschung veröffentlichte Darwin seine Theorien als Skizzen, um Wallace zuvorzukommen. Noch bis zur sechsten Auflage nahm er zahlreiche Ergänzungen und Korrekturen vor.

Inhalt des Werkes

Darwin legt in der Entstehung der Arten den Mechanismus dar, nach dem sich Arten von Lebewesen über Generationen entwickeln und verändern. Vom Beispiel der Auswahl und Vererbung von Merkmalen bei der künstlichen Züchtung von Haustieren sschließt er auf Ähnlichkeiten in der Natur, wo nicht der Züchter sondern der Existenzkampf Ursache der Veränderungen ist.

Die Evolutionstheorie beruht auf der Annahme, dass es eine Vielzahl von Arten gibt, denen nur eine begrenzte Anzahl von Nahrungsvorräten zur Verfügung steht und dass jedes Lebewesen vom Drang zu überleben und sich fortzupflanzen geprägt ist. Die Begrenzung von Lebensraum und Nahrung führt zu einem Konkurrenzkampf um ökologische Nischen und der Notwendigkeit der Reduktion der Populationszahl.

Mechanismen, die die Lebewesen verändern, um Vorteile für das eigene Überleben und das der Nachfahren zu sichern, sind physikalische Einflüsse (z.B. Klima),Immigration (Kampf um Ressourcen eines Gebietes verursacht durch eine Populationssteigerung), Abänderung in unterschiedlichen Lebensphasen und Abänderungen in den Strukturen (z.B. Verhalten, Hierarchien).

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