Die Familie von Charles Darwin besteht aus einer langen Reihe freigeistiger Forscher und hat zahlreiche Generationen der geistigen, kulturellen und finanziellen Elite des britischen Königreiches hervorgebracht. Das Leben der Darwins lese sich “wie der Stammbaum eines Rennpferdes”, klagte einmal die Londoner Zeitung Guardian.
Der Großvater Erasmus Darwin ist bis heute das zweitbekannteste Mitglied des Darwinschen Clans. Als Arzt, Botaniker, Erfinder und Poet war er im späten 18. Jahrhundert eine Art Popstar in England. In seinem Werk “The Temple of Nature” entwickelt Erasmus Darwin eine biologische Abstammungslehre, die Ähnlichkeiten mit der „Entstehung der Arten“ aufweist. Francis Sachewerel Darwin – ein Halbonkel von Charles – machte sich als Forschungsreisender und Draufgänger einen Namen und wurde später Leibarzt des Königs.
Durch zahlreiche Ehen verband sich die Familie der Darwins mit der des schwerreichen Porzellanfabrikanten Josiah Wedgwood. Auch Charles Darwin selbst heiratete seine Cousine Emma Wedgwood. Verbindungen dieser Art sicherten seiner Familie neben harter Arbeit und erfolgreichen Finanzgeschäften einen hohen Lebensstandard und nicht zuletzt die Freiheit Darwins sich seinen Forschungen zu widmen.
Doch auch die Familiengeschichte selbst beschäftigte Darwin stark. Überlegungen zur Abstammung wurden nicht nur an Rädertierchen im Victoriasee sondern am Stammbaum Darwins beobachtet. Die Evolutionstheorie, Fragen nach Zucht, Inzucht und Partnerwahl waren beim Darwin-Wedgwood-Clan auch privater Natur. Die Entwicklung des ersten Sohnes William Erasmus etwa, der später ein erfolgreicher Bankier wurde, hielt der Vater in seinem Buch “Biographical Sketch of an Infant” fest.Es ist die erste wissenschaftliche Studie zur Kindesentwicklung und damit der Anfang der Kinderpsychologie.
Drei von Darwins Kindern folgen ihm in die angesehene Wissenschaftsgesellschaft Royal Society, als Astronom, Botaniker und Ingenieur. Sie begründen auch eine neue Familientradition als Verwalter Darwins geistigen Erbes. Bis heute fungieren seine Nachkommen als Herausgeber seiner Werke. Mit dem Leben und Wirken der Nachfahren Darwins ließen sich Bücher füllen. Zahlreiche Ärzte, Neurowissenschaftler, Biologen, Journalisten, Unternehmer und Autoren führen die Linie fort. Das jüngste Mitglied, der 18-jährige 17-jährige Skandar Keynes spielte 2005 die Hauptrolle in der Oscar-prämierten Verfilmung der „Chroniken von Narnia“.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen


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